Lehre mit Herz
Seit über 18 Jahren widme ich mich dem Bereich der Lehre mit viel Herz, großer Leidenschaft und Freude.
2001 wurde mir mein erster Lehrauftrag an der Hochschule in Pforzheim angeboten. Bis heute unterrichtete ich an acht Hochschulen mit den Schwerpunkten Konzeption und Dramaturgie in Kurzfilmformaten, transmediales, formatoffenes Storytelling, Worldbuilding, Grundlagen des Regiehandwerks, sowie Grundlagen der Bildgestaltung und Fotografie.
Seit 2018 bin ich Vertr. Professor für "Expanded Storyworlds und Transmedia Storytelling" am Mediencampus der Hochschule Darmstadt.
Meine aktuellen Kurse und Seminare finden Sie hier. Meine bisherigen Lehraufträge, sowie Evaluationen finden Sie hier.

Ich biete auch Tagesworkshops meiner Seminare an. Falls Sie Interesse an einem Seminar oder Workshop haben sollten, treten Sie gerne mit mir in Kontakt.

Hier finden Sie meine Kurz-Vita.


Hier
finden Sie einen Artikel aus dem Marketing-Digest 2017, den ich für die Studierenden verfasst hatte.


Meine Lehre im Zeitgeist
Als ich im Jahr 3 B.Y. (Before Youtube) meinen Abschluss als Werbefilmregisseur an der Filmakademie Baden-Württemberg gemacht habe, wurden dort zwei Formate gelehrt: Der Werbefilm (in den Längen 30, 40 und 60 Sekunden) und der Imagefilm. Der Medienmarkt bestand aus überschaubaren Distributionskanälen in der Hand weniger, großer Produzenten. Die Halbwertszeit der bis dahin gelehrten Werbe-Formate ging in die Jahrzehnte.

Heute, gerade einmal 16 Jahre später, hat sich der Medienmarkt fundamental verändert.

Wir befinden uns im Zeitalter der geteilten Inhalte und der geteilten Aufmerksamkeit. Der Markt erschafft ständig neue Devices und Softwareplattformen, durch die neue Formate entstehen. Das Social-Web gibt dem Konsumenten eine Macht, die noch vor 10 Jahren undenkbar gewesen wäre. Wir leben in der Mediendemokratie: Produzent und Konsument begegnen sich auf Augenhöhe. Viele große Webplattformen arbeiten nur noch mit User-Generated-Content. Der Konsument ist zum Prosument geworden.


Und wie konsumiert der Mensch heute? - Er zieht in jedem Augenblick entstehender Langeweile, Unsicherheit oder Einsamkeit sein Handy aus der Gesässtasche, um sich einen der täglich unzähligen, homöopathischen Dopamin-Kicks abzuholen, auf der Suche nach einem versüssten Augenblick, den er Momente später wieder vergessen hat.
Gleichzeitig ist er durch die unzähligen medialen Impulse, anspruchsvoller und gelangweilter denn je.


Hinzu kommt, dass sich die technische Produktionsqualität von Konsument und Produzent im visuellen Endprodukt kaum mehr unterscheiden. Allein mit schönen Bildern kann ich mich als Produzent nicht mehr abheben.

Während meiner ersten sieben Jahre im deutschen und internationalen Medienmarkt als Werbefilm- und Imagefilm-Regisseur und Autor beobachtete ich die digitalen Veränderungen und stellte mir die Frage, wie man auf die neuen Möglichkeiten und Konsumentenbedürfnisse im Storytelling reagieren kann.
Ich hatte großes Interesse, mich diesbezüglich weiterzubilden und bekam die Möglichkeit, den Studienschwerpunkt „Interaktive Medien“ an der Filmakademie Baden-Württemberg als Projektkoordinator nebenberuflich zu betreuen. Hier lernte ich Interaktionsformate, non-lineares Storytelling und den Bezug zu Medien-im-Raum-Installationen kennen.

Zwischen 2007 und 2009 baute ich außerdem an der Hochschule der Medien Stuttgart den Studiengang „Transmediales Storytelling und Kurzfilmdramaturgie“ auf.


Durch die Zeit in der Lehre konnte ich mir auch die Frage aus meinen ersten sieben Jahren Berufserfahrung beantworten: Wie kann ich in diesem hohen medialen Grundrauschen als Content-Produzent noch zum Menschen durchdringen und ihn emotional erreichen?


Der ewig ruhende Pol

Während Formate kommen und gehen gibt es eine Konstante:
Die klassischen Dramaturgien des Storytellings und der Mensch selbst. Beides hat sich im Kern seit Jahrhunderten unwesentlich verändert.
Eine gute Geschichte für ein Format zu produzieren, heißt vor allem, handwerkliche Erzähldramaturgien verinnerlicht zu haben und anwenden zu können.

Für mich, als Medienproduzent, ist das wichtigste Instrument der Mensch. Seine tiefliegenden Fragen und Bedürfnisse haben sich seit Jahrtausenden nicht verändert. Je besser man den Menschen in seinen emotionalen (und manchmal irrationalen) Handlungen, Sehnsüchten, Träumen, Ängsten und den daraus erwachsenden Wünschen und Bedürfnissen versteht, desto besser kann man für ihn Geschichten konzipieren. Mit allen notwendigen handwerklichen Grundlagen. Und der Mensch liebt Geschichten. Unser Gehirn ist auf das Aufnehmen und Erzählen von Geschichten ausgelegt.


Deshalb habe ich mich in den letzten Jahren verstärkt mit der Mythologie und der Tiefenpsychologie beschäftigt und diese als einen Schwerpunkt in die Lehre übernommen. Damit meine ich nicht nur die klassische Heldenreise nach Joseph Campbell. Sie ist das Ergebnis der Analyse vieler mythologischer Geschichten und die Spitze des Eisbergs. Vielmehr geht es mir um grundlegende Mythologien und Rituale sowie deren Bedeutung für das tiefere Verständnis des Menschseins.

Somit kann man sich heute aus dem medialen Grundrauschen vor allem durch Eines abheben: Authentisch erzählte Geschichten, die emotional berühren und dabei ein Grundbedürfnis des Menschen ansprechen.
Mein Motto lautet deshalb: „Content leads to Format.“

Daraus kann sich ein transmediales oder crossmediales Projekt entwickeln oder auch einfach nur ein Hauptformat mit Social-Web-Strategie, beispielsweise eine QR-Code-Pizza mit einer dazu passenden App. Zuerst sollte man das Zielpublikum mit seinen Bedürfnissen definieren. Dann den Inhalt, am besten formatoffen, entwickeln und das passende Format für das Publikum suchen. Dann kann man um das geplante Format eine digitale Distributionsstrategie bauen. Denn nichts ist frustrierender als ein wunderbares Projekt, das einfach durch das heutige, mediale Grundrauschen nicht durchbrechen kann.

Diesem Produktionsablauf folgt auch meine Seminarstruktur, die sie auch den folgenden Seiten finden können.


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